Großer Erfolg auch in Fernwald: Der Pakt für den Nachmittag

Am vergangenen Mittwochabend hatten die Grünen vom Ortsverband Fernwald zu einer In­for­ma­tions­veranstaltung zum Pakt für den Nach­mit­tag in den Hessischen Hof im Orts­teil Steinbach eingeladen und konnten sich über guten Besuch freuen.

Martin Tasci-Lempe vom Vorstand begrüßte die Teilnehmer: „Wir freuen uns, dass so viele Interessierte zu unserem Abend über den Nachmittag gekommen sind.“

IMG_6105-Pakt_f_Nachm-cw1200-reduziertMathias Wagner, Fraktionsvorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der Grünen Fraktion im hessischen Landtag, war ge­kom­men, um die Grundzüge des Pakts für den Nachmittag zu erklären. Ebenso war Christiane Schmahl, erste Kreis­bei­ge­ord­ne­te und Schul­de­zer­nen­tin im Kreis Gießen dabei, um die konkrete Umsetzung im Land­kreis Gießen und insbesondere in Fern­wald zu erläutern. Als prominente Teil­nehm­erin war Gerda Weigel-Greilich (in der Mitte), Bürgermeisterin in Gießen, gekommen und berichtete über ihre Erfahrungen.

Zunächst berichtete Mathias Wagner, wie der Pakt für den Nachmittag ein Ganztagsbetreuungsangebot in den hessischen Grundschulen sicherstellt.
Er hob hervor, dass der Landkreis Gießen als einer von sechs Pilotprojektlandkreisen von Beginn an dabei war und zudem „eine sehr engagierte Schuldezernentin Christiane Schmahl hat“.
Weiter berichtet Wagner, dass es inzwischen 13 weitere Bewerbungen von Schulträgern gibt, welche in den Pakt für den Nachmittag aufgenommen werden wollen. Er betonte, dass es sich beim Modell um eine Art freiwilliger Ganztagsschule handele. Für den Nachmittag kann zwischen verschiedenen Angeboten ausgewählt werden, einer Betreuung bis 14:30 oder einer Betreuung bis 17:30, oder eben gar keine weitere Betreuung. Dazu gehört ein ebenso auswählbares Mittagsangebot.

Mathias Wagner führte die große Akzeptanz des Pakts für den Nachmittag auch darauf zurück, dass die Eltern frei auswählen und entscheiden können. „Niemandem wird etwas aufgezwungen, was nicht gebraucht wird.“

Die entstehenden Kosten werden zwischen Land und Kommune geteilt. Auf die Eltern kommt ein überschaubarer „Eigenanteil“ zu, wenn ihre Kinder an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen. In einem kleinen Exkurs erläuterte Wagner, dass es insgesamt vier Formen gibt:
1 Betreute Grundschulen
2 Profil 1 Ganztagsschulen, mit vormittäglichem Pflichtunterricht und nachmittäglicher Betreuung
3 Profil 2
4 Profil 3, die gebundene Ganztagsschule, bei der die Teilnahme am Vor- und Nachmittag für die Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist.
Wagner erklärte, „der Pakt liegt zwischen diesen Modellen“, denn „die Eltern entscheiden individuell über die Inanspruchnahme“.

Anschließend berichtete Dr. Christiane Schmahl zu den lokalen Besonderheiten im Landkreis Gießen. Vor dem Pakt gab es 39 Grundschulen an denen es, so Schmahl: „Überall irgendwas gegeben hat“.

So gehörten 15 Schulen zum Profil 1, eine zum Profil 2 und in den anderen Schulen habe es Lösungen über sog. Betreuungsvereine. Teilweise waren in den Kommunen Horte eingerichtet, so wie zum Beispiel in Buseck und Staufenberg. Problematisch war auch, dass diese teilweise aus Kostengründen eingestellt wurden oder werden sollten. Schmal sagte, dass „allein schon deswegen Zugzwang bestand“. So kam dem Landkreis Gießen das Angebot zum Pakt für den Nachmittag gerade zur rechten Zeit und man war sehr erfreut, dass man als einer der sechs Pilotkreise ausgewählt wurde. Zunächst so Schmahl, „waren aber die Schulen gefordert dafür ein pädagogisches Konzept zu schreiben“, was überall gelang.
Im September2015 waren  insgesamt 20 Schulen im Kreis beim Pakt dabei. Zwei Modelle finden im Kreis Gießen Anwendung: Zum einen Betreuung in der Zeit von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr und zum anderen von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr. Für das kurze Modell belaufen sich die Kosten für die Eltern auf unter 50 Euro, für den längeren Zeitraum auf unter 100 Euro.
„Teilweise wurden die Zeiten auch an den örtlichen Busfahrplan angepasst um Lücken zu vermeiden“, so Schmahl in ihrem Vortrag.

Beide Referenten loben die gute Verzahnung zwischen beteiligten Lehrerinnen und Lehrern sowie den Betreuerinnen und Betreuern, welche in dieser Form vielerorts erstmals im neuen Modell gelang.
Als Erfolg werten beide auch, dass die Betreuungszahlen nach Einführung von zuvor rund 1000 auf jetzt 1400 gestiegen sind im Landkreis Gießen.
Im heimischen Gebiet wollen weitere sechs bis acht Schulen neu zum Pakt dazukommen.
„Teilweise sind dazu auch bauliche Maßnahmen erforderlich. Hier gilt es darauf zu achten, dass diese auch bedarfsangepasst sind“, so die Schuldezernentin weiter.

Am Beispiel Steinbach: Die Umsetzung ist wegen knapper Räumlichkeiten nicht ganz einfach aber dennoch ein voller Erfolg. Die Teilnehmerzahlen sind von zuvor 62 auf jetzt 94 gestiegen.

Nach einem intensiven Frage- und Diskussionsteil beschloss Martin Tasci-Lempe den Info-Abend mit einem Dank an die Rerefenten und die Gäste: „Wir können beim Pakt für den Nachmittag sicher von einem vollen Erfolg sprechen. Das Konzept konnte eins zu eins vom grünen Wahlprogramm in den Koalitionsvertrag übernommen und schließlich umgesetzt werden. Wir bedanken uns bei unseren Referenten und Gästen für den tollen Abend!“.

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